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Aktuelle Ausgabe



Heft 3/2022



Andreas Mayer

Rate- und Versteckspiele mit Leo und Annika - ein Verfahren zur Überprüfung grammatischer Fähigkeiten

Syntaktisch-morphologische Störungen stellen eine Teilsymptomatik von Spracherwerbs-störungen dar, die insbesondere im Vor- und Grundschulalter einen besonderen Stellenwert einnehmen. Um eine auf die individuelle Problematik abzielende Therapie realisieren zu können, muss eine leistungsstarke Diagnostik in der Lage sein, die grammatischen Struk-turen zu identifizieren, mit deren spontansprachlicher Anwendung oder Verständnis betrof-fene Kinder noch Schwierigkeiten haben. Vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion der aktuell zur Verfügung stehenden Verfahren wird im vorliegenden Beitrag eine Alternative vorgestellt, mit der die syntaktisch-morphologischen Regeln, deren Anwendung sprach-erwerbsgestörten Kindern besondere Schwierigkeiten bereitet, in ökonomischer Weise über-prüft werden können.



Kerstin Nonn

Grammatiktherapie nach Zvi Penner mit dem Kon-Lab-Programm

Der Schweizer Spracherwerbsforscher Dr. Zvi Penner veröffentlichte Anfang der 2000er Jahre das Therapieprogramm Kon-Lab (Kurzform für Konstanzer Labor) für Kinder mit Problemen im Spracherwerb. Dabei unterscheidet er nicht zwischen einer Sprachtherapie für Kinder mit Spracherwerbsstörungen (im Folgenden SES) und einer Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (im Folgenden DaZ). Kon-Lab ist ein forschungs-basiertes Programm für Kinder ab zwei Jahren und enthält Materialien für die Therapie bzw. Förderung verschiedener sprachlicher Bereiche sowie kognitiver Vorausläuferfähigkeiten und Lernmechanismen für den Spracherwerb. Der vorliegende Beitrag stellt aus dem Gesamtprogramm den Ansatz zur Behandlung syntaktischer Störungen vor. Die Grammatiktherapie ist in Stufe 2 und 3 des Kon-Lab-Programms angesiedelt, folgt auf die Prosodie-Therapie (Stufe 1) und ist in zwei Bereiche unterteilt: In der Penner eigenen Begrifflichkeit geht es in der „Satzteilfabrik“ um den Erwerb der Artikeleinsetzung und in der „Satzfabrik“ um die Satzbildung. Die Dauer des gesamten Programms ist auf 40 Wochen ausgerichtet.



Christoph Till

„Ich spreche mir nach“ - Video-Self-Modeling in der Grammatiktherapie

Syntaktisch-morphologische Störungen gelten als Leitsymptom der spezifischen Sprachent-wicklungsstörung. Die Behandlung grammatischer Entwicklungsstörungen mit etablierten Therapiekonzepten ist erfolgversprechend, der Transfer des Gelernten auf den Alltag gelingt jedoch nur nach längeren, intensiven Interventionen. Video-Self-Modeling dagegen verspricht schnelle Behandlungserfolge und fördert v.a. den angesprochenen Transfer effizient. Bei dieser Methode, mit der eine Vielzahl unterschiedlichster Verhaltensweisen behandelt werden kann, betrachtet man kurze Videos von sich selbst, die ausschließlich erwünschte Verhaltensbeispiele zeigen - negative Beispiele werden aus den Aufnahmen gelöscht. Um dieses Vorgehen auf die Grammatiktherapie zu übertragen, lässt man Kinder Sätze mit einer bestimmten Zielstruktur nachsprechen und filmt sie dabei. Gelungene Imitationen werden in das Self-Modeling-Video eingefügt, misslungene Imitationen überarbeitet oder gelöscht. Dieses Vorgehen hat sich in mehreren empirischen Studien als wirksam erwiesen, geht aber auch mit gewissen Gefahren einher. Die Vor- und Nachteile des Video-Self-Modeling in der Behandlung grammatischer Störungen werden vor diesem Hintergrund verdeutlicht. Empfehlungen für die Umsetzung in der Praxis werden abgeleitet:• Wie sehen geeignete Modellsätze aus?• Wie werden die Videos aufgenommen und bearbeitet?• Was macht ein gutes Self-Modeling-Video aus?• Wie wird es in der Therapie eingesetzt?Ein kombiniertes Vorgehen, bei dem etablierte Vorgehensweisen (wie z.B. die Kontext.optimierung) mit den Methoden des Video-Self-Modelings ergänzend eingesetzt werden, scheint besonders erfolgversprechend.



Maximilian Hamann

Kontextoptimierte Phasen für Unterricht und Therapie

Kinder mit Schwierigkeiten beim Erwerb morphologischer und syntaktischer Regeln benötigen eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende evidenzbasierte sprachtherapeutische Unterstützung. Die Kontextoptimierung (Motsch 2017) gehört zu den im Unterricht und der Sprachtherapie am weitesten verbreiteten Therapiekonzepten für grammatische Störungen. Direkte und indirekte Therapiemethoden wechseln sich darin, unter Berücksichtigung aller sprachlichen Modalitäten (Rezeption, Produktion und Reflexion),ab. Die Realisierung zahlreicher planbarer Elemente der therapiespezifischen Prinzipien (Kick-off, Ursachenorientierung, Ressourcenorientierung und Modalitätenwechsel) ermöglicht grammatisch auffälligen Kindern die Wahrnehmung, Ver-arbeitung und Anwendung bislang noch nicht erworbener Zielstrukturen. Bei den in Kapitel 4 dargestellten Praxisbeispielen zu kontextoptimierten Phasen des Unterrichts und der Therapie handelt es sich um Ideen von Studierenden des LA Sprachheilpädagogik, die im Rahmen eines Seminars zur Therapie syntaktischer und morphologischer Störungen entstanden sind.



Andreas Mayer, Hannah Jacobs

Strategieorientierte Genustherapie - „Genuszauberei“

Nicht nur spracherwerbsgestörte Kinder, sondern auch Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen in der Folge eines Migrationshintergrundes sowie Kinder mit sonder-pädagogischem Unterstützungsbedarf im Bereich Lernen haben große Schwierigkeiten, Namen mit dem korrekten Genus abzuspeichern. Trotz einer gewissen Regelhaftigkeit der Zuordnung des grammatischen Geschlechts zu einem Nomen, die in der Linguistik als Zuweisungsprinzipien beschrieben werden, ist davon auszugehen, dass Kinder während des Spracherwerbs von den Prinzipien der Genuszuweisung kaum Gebrauch machen, sondern vielmehr anzunehmen ist, dass sie das Genus gemeinsam mit dem Namen, also lexikalisch abspeichern (z. B. Baumeister 2016). Während die Arbeit mit exemplatischen Wortschätzen kaum zielführend sein dürfte, genusunsicheren Kindern eine ausreichende Anzahl an Wörtern mit dem korrekten Genus zu vermitteln, könnte ein strategieorientierter Ansatz, wie er in diesem Beitrag vorgestellt wird, eher dazu geeignet sein, Kinder für das Genussystem des Deutschen zu sensibilisieren und eigenaktive Lernprozesse in Gang zu setzen.



Detta Schütz

Gezielte Sprachförderung mit Bilderbüchern: Das „Zielorientierte Dialogische Lesen“ zur Förderung morpho-syntaktischer Fähigkeiten

Der positive Einfluss des Dialogischen Lesens auf die Sprachentwicklung von Kindern ist belegt. Diese Erkenntnis bezieht sich jedoch in erster Linie auf die pragmatischen und lexikalischen Fähigkeiten der Kinder, während noch nicht sicher belegt werden konnte, dass sich das Dialogische Lesen auch positiv auf die Entwicklung grammatischer Fähigkeiten auswirkt (Ennemoser/Hartung 2017). Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren dis-kutiert, wie eine Vorlesesituation gestaltet werden kann, um insbesondere auch den Erwerb grammatischer Fähigkeiten zu fördern (Baldaeus et al. 2021, Belke et al. 2020, Lehmden et al. 2017a, Lehmden et al. 2017 b, Mayer 2013, Schütz/Alt 2020, Schütz 2021).Das „Zielorientierte Dialogische Lesen“ optimiert den sprachlichen Input, den die Kinder bekommen, indem die erwachsenen Förderpersonen ihre Äußerungen bewusst gestalten, um eine grammatische Zielstruktur hochfrequent, prägnant und variantenreich anzubieten. Dies ermöglicht es, die Bilderbücher für die Förderung relativ frei auszuwählen und die Sprachförderung in den Unterricht einzubinden.Die Analysen von Videoaufnahmen aus den Fördersituationen des Projektes „DiaGramm“ deuten auf die Effektivität der Methode hin. Leider musste das Projekt aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen werden und ermöglichte keine umfassende wissenschaft-liche Evaluation des „Zielorientierten Dialogischen Lesens“. Derzeit befindet sich das Forschungsprojekt „Das Zielorientierte Dialogische Lesen als Methode zur alltagsintegrierten Sprachförderung in der Grundschule (ZDL Schule)“, das entsprechende Erkenntnisse für den Primarbereich bringen soll, in der Planungsphase.



Ann-Kathrin Schäfer

Grammatik sichtbar machen - Metasprachliche Elemente in der Dysgrammatismus-therapie

Metasprachliches Bildmaterial ermöglicht den Kindern im Rahmen der logopädischen Therapie ein Verständnis für komplexe grammatische Strukturen, indem es sich Analogien und Geschichten aus dem kindlichen Erfahrungsschatz zunutze macht. Es schlägt so die Brücke zwischen linguistisch anspruchsvollem Übungsmaterial und dem kognitiven Entwick-lungsstand von Kindern bis zum Schulalter. Auch in der Arbeit mit mehrsprachigen Kindern kann Metasprachmaterial eine notwendige Visualisierung von sprachlich (noch) nicht greif-baren Strukturen sein und den ein oder anderen „Knoten“ platzen lassen.



Maike Gumpert

Wo fange ich bei dem Kind bloß an? ICF-orientierte Kriterien zur Zielfindung bei Kindern mit Störungen im Grammatikerwerb

Störungen im Grammatikerwerb zählen im Kindesalter zu den möglichen Symptomen einer Sprachentwicklungsstörung (SES). Isoliert oder auch in Kombination sind der Satzbau (Syntax) und die Wortbeugung (Morphologie) betroffen. In der Regel manifestiert sich die Störung um den dritten Geburtstag des Kinder (Thelen 2014).Während es im deutschsprachigen Raum diverse informelle sowie standardisierte und normierte Verfahren gibt, die bei der Diagnosestellung unterstützen, fällt die Identifizierung konkreter sprachlicher Ziele und deren Hierarchisierung in der Praxis oftmals schwer (Schrey-Dern 2009). Entsprechend ist ein häufig genannter Wunsch von Sprachtherapeu-tinnen und -therapeuten, einen roten Faden für die Therapieplanung zu erhalten: Mit welchem Symptom beginne ich bei der Therapie und warum? Wie gehe ich mit Störungen auf anderen sprachlichen Ebenen um? Welche Rolle spielen das Kind und sein Umfeld bei der Therapiezielfindung? Im Folgenden wird die Störung im Grammatikerwerb kurz beschrieben. Im Schwerpunkt werden orientiert an der Systematik der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF; WHO 2005) unterschiedliche Kriterien zur Therapiezielfindung erläutert und auf ein Fallbeispiel angewendet.



Vorschau: Heft 4/2022

Thema: Lexikalische Störungen

Carolin Carles
Therapie bei einem qualitativen lexikalischen Defizit


Inga Laßmann, Laura Zürl, Tanja Ulrich
Selbstreguliertes Fachwortlernen im (inklusiven) Deutschunterricht


Andreas Mayer
Wortschatzarbeit als Unterrichtsprinzip


Dana Gaigulo, Meike Engelhardt
Wortschatzarbeit im Kontext Unterstützter Kommunikation


Verena Frank, Nathalie Frey, Carina Lüke
Ikonische Gesten als Möglichkeit der Wortschatzerweiterung


Irmhild Kaiser, Stephanie Göller
Lexikalische Störungen – Therapieeinstiege nach PLAN



(Themenänderung vorbehalten)
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