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Aktuelle Ausgabe



Heft 3/2019



Holger Prüß, Thilo Müller, Kirsten Richardt

„Die Therapie entscheidet sich außerhalb des Therapieraumes.“
Die Notwendigkeit umfassender Transferunterstützung in der Behandlung des Stotterns bei Jugendlichen und Erwachsenen am Beispiel der Bonner Stottertherapie

Der erfolgreiche Transfer der zentralen Therapieinhalte in die Lebenswirklichkeit erweist sich als eines der zentralen Probleme in der Behandlung stotternder Jugendlicher und Erwachsener, erweist sich dieser doch als meist viel schwieriger und weniger positiv, als wir Therapeuten uns das vorstellen mögen.

Gleichzeitig ist die gelungene Umsetzung die „conditio sine qua non“ für einen (langfristigen) Therapieerfolg, und die Qualität eines Therapiekonzepts muss sich an der Generalisierung in den Alltag messen lassen. Somit ist ein umfassendes Konzept zur Transferunterstützung anzustreben, das den Stotternden patientenorientiert, gezielt und effizient darin unterstützt, das im Therapieraum Erarbeitete in die zentralen Kommunikationsbereiche privates Umfeld, Fremde sowie Schule/Ausbildung/Beruf zu übertragen.

Im Beitrag werden exemplarisch Voraussetzungen sowie Inhalte und Methoden vorgestellt, die sich im Rahmen der Bonner Stottertherapie als hilfreich und wirksam erwiesen haben.



Robert Richter, Bettina Freerk, Anne Hearne

Das Lidcombe Therapiekonzept für die Behandlung des frühkindlichen Stotterns

Zahlreiche Forschungsergebnisse belegen die Effektivität und Effizienz der Lidcombe-Therapie. Aufgrund der guten Evidenzlage wird das Therapieverfahren in der aktuellen S3–Leitlinie Redeflussstörungen zur Behandlung des frühkindlichen Stotterns stark empfohlen (Neumann et al. 2016).

Eine mittlerweile große Anzahl quantitativer Forschungen und der sehr strukturierte Therapieaufbau tragen möglicherweise dazu bei, dass die Lidcombe-Therapie oft nicht nur als sehr strukturiertes sondern auch rigides Verfahren missverstanden wird. Dabei bleibt die Frage nach den Wirkfaktoren in der Lidcombe Therapie meist unbeantwortet und nicht wenige TherapeutInnen, die mit der Arbeit nach Lidcombe beginnen, beklagen zunächst mangelnde Erfolge.

Im Beitrag werden Entstehung, Aufbau und Ablauf der Therapie skizziert. Dabei werden die Schwerpunkte der Therapie aus der Perspektive der Praxis in den letzten ca. 15 Jahren herausgearbeitet. Anhand von qualitativen Studien zur Lidcombe Therapie wird gezeigt, dass die Wirkmechanismen der Therapie heute durchaus klar benennbar sind. Es wird verdeutlicht, in welchem Maße Therapeutinnen gefordert sind, all diese Aspekte mit den Familien stotternder Kinder im erfolgreichen Therapieprozess auszubalancieren.



Bernd Hansen

Das Palin PCI-Konzept: Leitliniengerechte Frühtherapie für unflüssig sprechende Kinder

Das Konzept der Palin Parent-Child Interaction Therapy (Palin PCI, Kelman/Nicholas 2014) ist ein evidenzbasierter Ansatz für junge stotternde Kinder (2;6 – 7 Jahre), der im Michael Palin Centre for Stammering (MPC) in London entwickelt wurde. Der Ansatz stellt eine sinnvolle Ergänzung des therapeutischen Repertoires für unflüssig sprechende oder stotternde Vorschulkinder dar. Er setzt bei der Unterstützung sprechflüssigkeitsfördernder Bedingungen im Alltag an, ist damit konkret teilhabeorientiert und ICF-kompatibel. Die Leitlinie Redeflussstörungen empfiehlt den Einsatz indirekter Verfahren bei Kindern von drei bis sechs Jahren.

Das Palin PCI-Konzept basiert auf einer multifaktoriellen Betrachtung des Stotterns. Eine ausführliche Diagnostik dient der Erfassung individuell bedeutsamer Faktoren und als Basis der Therapieplanung. In einer insgesamt zwölfwöchigen Therapiephase werden mit den Eltern konkrete Schritte erarbeitet, wie sie die Sprechflüssigkeit des Kindes im Alltag unterstützen können.



Kristina Anders, Anna Merkel

Die Kasseler Stottertherapie: Intensivtherapie mit Kindern und Jugendlichen in der Gruppe – Für mehr Sprechfreude und flüssigeres Sprechen

Die Kasseler Stottertherapie ist ein computergestützter intensivtherapeutischer Ansatz für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Das Ziel der Therapie besteht darin, die Teilnehmer in Sprech- und Kommunikationsfreude, flüssigerem Sprechen und Selbstbewusstsein zu stärken. Durch das Erlernen einer Sprechtechnik, kann die Sprechflüssigkeit erhöht werden.

Alltagsnahe Sprechübungen trainieren ein weiches und gebundenes Sprechen. Die Eltern und das persönliche Umfeld werden intensiv in die Behandlung miteinbezogen. Die gesamte Therapie dauert ein Jahr. In regelmäßigen Auffrischungskursen wird das weiche, gebundene Sprechen aufrechterhalten und weiter gefestigt.

Besonders wertvoll ist in diesem Zusammenhang, dass positive und noch schwierige Sprecherlebnisse in der Gruppe reflektiert und die nächsten Behandlungsziele besprochen werden können.



Anne Hearne

Das Camperdown Programm – fluency shaping, aber anders

So genannte Verfahren der Sprechrestrukturierung (Fluency Shaping Verfahren) gehören heute zum weltweit angewandten Repertoire von Therapieinterventionen in der Stottertherapie. Die zugrundeliegenden Prinzipien sind zum Teil schon so alt, wie es überlieferte Erwähnungen zum Thema Stottern gibt. In den modernen Versionen dieser Therapien werden Sprechtechniken in verschiedener Weise so kombiniert, dass meist fest umschriebene Therapieprogramme entstanden sind, die alle daran teilnehmenden Patientinnen durchlaufen.

Das in Deutschland noch weitgehend unbekannte Camperdown Programm als ein Verfahren der Sprechrestrukturierung ist eine bewährte Methode, um die Kernsymptomatik des Stotterns primär im Erwachsenenalter, aber auch für Jugendliche stark zu reduzieren. Im Beitrag wird das Grundprinzip der Vorgehensweise skizziert, und es wird dargestellt, inwieweit sich das Programm von der klassischen Vorgehensweise der traditionellen Fluency Shaping Therapien unterscheidet.



Georg Thum

Stärker als Stottern – ein methodenkombinierter Ansatz

Stärker als Stottern (SAS) integriert Methoden aus den beiden Hauptrichtungen der Stottertherapie (fluency shaping, Stottermodifikation) und richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Mithilfe eines Werkzeugkoffers, dessen einzelne Werkzeuge therapeutische Maßnahmen repräsentieren, soll ein individualisiertes Therapieangebot basierend auf den Fähigkeiten, Kapazitäten und Bedürfnissen der Patienten abgeleitet werden.

Die Ampel repräsentiert dabei die Flexibilität des Umschaltens zwischen den Methoden, abhängig von der linguistischen und situativen Anforderung.

Der Beitrag beschreibt die Ermittlung des Therapiebedarfs, benennt Therapieziele und -inhalte und zeigt methodische Schrittfolgen anhand von Fallbeispielen auf.



Frederick Kulka

Aus dem Leben eines Betroffenen

Angefangen zu stottern hat der Autor Ende der ersten Klasse mit sechs Jahren. Er hat ein paar Therapien unterschiedlicher Art durchlaufen. Leider kann er mich nur noch an Ausschnitte erinnern, dennoch möchte er ein paar Erfahrungen daraus darstellen. Gestartet hat er mit einigen verschiedenen Logopäden und Logopädinnen. Der Fokus lag dabei meist auf weichen Stimmeinsätzen, teilweise Pseudostottern und teilweise In-Vivo-Übungen. Schlussendlich ist er dann 2011 bei der Intensivtherapie „Stärker als Stottern“ von Georg Thum und Ingeborg Mayer (Thum/Mayer 2014, vgl. auch den Beitrag von Thum in dieser Ausgabe) in Starnberg gelandet. Nach dem Intensivkurs haben sich über die Jahre verteilt ein paar Auffrischungskurse und ambulante Therapien bei denselben Therapeuten angeschlossen. Im Beitrag führt er seine Gedanken zur Bedeutung des Stotterns, den Zielen der Stottertherapie und der Rolle des Therapeuten aus und geht der Frage nach, ob sich diese bei ihm im Laufe der Zeit gewandelt haben.



Patricia Sandrieser, 148

KIDS – direkte Therapie mit stotternden Kindern


KIDS ist die Abkürzung für „Kinder dürfen Stottern“, einem Therapiekonzept von P. Schneider und P. Sandrieser, das zu den Modifikationsansätzen zählt. Die betroffenen Kinder lernen durch eine Symptomlöse-Technik, die Kontrolle im Symptom zurückzugewinnen. Begleitsymptome und sekundäre psychische Reaktionen auf das Stottern werden abgebaut und die Remission soll dadurch erleichtert werden. Der Titel spielt darauf an, dass alle beteiligten Erwachsenen informiert werden müssen, dass das Stottern für die Kinder ein Kontrollverlust im Sprechen darstellt. Wohlmeinende Ratschläge wie die Aufforderung, gründlicher nachzudenken oder tiefer zu atmen sind daher kontraproduktiv. Da sowohl die Entstehung des Stotterns als auch die Remissionswahrscheinlichkeit erheblich genetisch bedingt sind, kann Symptomfreiheit nicht das einzige Ziel einer Stottertherapie für jedes Kind darstellen. Daher wird parallel zur Reduktion der Stotterereignisse daran gearbeitet, dass stotternde Kinder sich als kompetente Gesprächspartner erleben. Die Einbeziehung und Aufklärung der Umwelt spielt daher eine wichtige Rolle.



Vorschau: Heft 4/2019

Thema: Stimmstörungen

Katharina Feldmann
Stimmstörungen bei Lehrkräften – Tipps zur richtigen Stimmführung und Prophylaxe von Dysphonien


Iris Eicher et al.
Stimme als Mittel der Didaktik


Karl-Heinz Stier
Akzentmethode


Ribero von Wersch
Psychodynamische Aspekte von Stimmstörungen


Wiltrud Föcking, Marco Parrino
„Mäah, Huuhuu? Ah!“ – Der Einsatz der Funktionalen Stimmtherapie in der Therapie der kindlichen Dysphonie


Sibylle Tormin
Kratzen, Räuspern, Krächzen – was tun, bevor die Stimme streikt?


Uwe Schürmann
Atemrhythmisch angepasste Phonation (AAP)



(Themenänderung vorbehalten)
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