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verlag modernes lernen Borgmann GmbH & Co. KG


Aktuelle Ausgabe



Heft 4/2019



Angelina Ribeiro von Wersch

Funktionelle Stimmstörungen im Kindesalter –Basisartikel

Die menschliche Stimme ist Ergebnis eines komplexen physiologisch-anatomischen Zusammenspiels verschiedener Körperstrukturen und darüber hinaus eingebettet in kommunikative und soziale Zusammenhänge. Insbesondere im Kindesalter unterliegt die gesunde und gestörte Stimmentwicklung zahlreichen Einflussfaktoren. Im Beitrag wird die Entstehung der Stimmgebung als Grundlage für die Beschreibung ihrer funktionellen Störung im Kindesalter skizziert und eine Übersicht über Symptomatologie, Diagnostik und Therapie von kindlichen Stimmstörungen gegeben. Daraus können Ansätze für die praktische Arbeit pädagogischer und therapeutischer Fachkräfte abgeleitet werden.



Christine Riedl

Stimme als Mittel der Didaktik


Der Einsatz der Stimme ist für jede Lehrkraft von Bedeutung. Nur durch den Einsatz der Stimme gelingt die Informationsvermittlung. Der Klang der Stimme und die Art des Sprechens beeinflussen den Lernenden ganz maßgeblich, da er dadurch motiviert wird, die Information aufzunehmen und zu verarbeiten. Stimmermüdung oder gar Stimmstörung beeinträchtigen diesen Prozess. Dieser Beitrag zeigt die Möglichkeiten der Sprechwirkung auf und diskutiert den Einsatz von Sprechwirkung im Spannungsfeld zwischen der Entwicklung von Stimmwirkung durch frühzeitige Prophylaxe und Stimmeinschränkung durch Erkrankung. Fallvorstellungen sollen die Entwicklung von Stimmstörungen veranschaulichen und die Inhalte und Umsetzung stimmtherapeutischer Maßnahmen erläutern.



Katharina Feldmann

Stimmprävention bei Lehrkräften – Wie Lehrende bei Stimme bleiben

Lehrkräfte sind überdurchschnittlich gefährdet, Stimmprobleme bis hin zu Dysphonien zu entwickeln. Dies führt bei den Betroffenen zu Heiserkeit, Sprechanstrengung sowie massiven Unterrichtsausfällen. Jedoch leiden nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, weil dysphone Stimmen schwerer zu verstehen sind und unter anderem eine höhere Arbeitsgedächtnisleistung vom Zuhörenden erfordern. Im Artikel werden Lehrkräften verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen vorgestellt, um Stimmerkrankungen vorzubeugen oder ersten Anzeichen einer Erkrankung möglichst früh zu begegnen und ein Fortschreiten zu verhindern. Studienergebnisse weisen darauf hin, dass es sinnvoll sei, sowohl Präventionsmaßnahmen in das Curriculum der pädagogischen Studiengänge zu implementieren als auch berufstätigen Lehrenden Vorsorgemaßnahmen in Form von Seminaren und Coachings anzubieten.
Eine bereits eingetretene Erkrankung erfordert in Abgrenzung zu präventiven Maßnahmen eine individuelle logopädische Stimmtherapie.



Sibylle Tormin

Was tun, BEVOR die Stimme streikt? Prävention von Stimmstörungen in lehrenden und therapeutischen Berufen

Lehrende, Erzieherinnen, Sprach-, Sprech- und Stimmtherapeutinnen gehören zu den Berufssprechern, die in besonderem Maße gefährdet sind, durch ihre Berufsausübung eine Stimmstörung zu erleiden oder zumindest deutlich an stimmlicher Qualität und Leistungsfähigkeit einzubüßen.

Die stimmlichen Risiken können hier in Zusammenhang mit folgenden Aspekten auftreten: Umgebungsgeräusche, Akustik des Ortes, Raumklima, Dauer und Intensität der stimmlichen Belastung, Einsatz der (unausgebildeten) Rufstimme, Stress, unphysiologische Tonhöhe und Körperhaltung sowie Inkongruenz zwischen stimmlichem Aufwand und Intention.

Um sich vor den stimmschädigenden Wirkungen dieser Aspekte zu schützen, empfehlen sich sprecherisch-/stimmliche Unterweisung und die Einhaltung stimmhygienischer Grundsätze zu den folgenden Bereichen: Nahrungs-, Genuss- und Arzneimittel, die Funktionskreise Atmung – Stimme – Artikulation, der ganze Körper und seine lebenslange Entwicklung, psychische Einflüsse sowie Außenraum und Situation.



Angelina Ribeiro von Wersch

Die kindliche Stimme als Ausdruck der Persönlichkeit und Instrument der Kommunikation Eine entwicklungspsychologische Betrachtung der gesunden und gestörten Stimme im Kindesalter


Nach wir vor stellt das Phänomen funktioneller Stimmstörungen bei Kindern in Theorie und Praxis ein Randthema dar, obwohl die Stimme von Geburt an eine zentrale Rolle für die sozio-emotionale und kommunikative Entwicklung des Kindes spielt. Im Beitrag wird durch die Betrachtung der frühen stimmlichen Kommunikation des Säuglings der Blick auf die Stimme als Gestaltungselement für frühe Bindungen und Beziehungen gelegt. Der Fokus liegt auf der Beschreibung früher entwicklungsspezifischer und psychodynamischer Aspekte der kindlichen Stimme.

Die Betrachtung der gesunden und gestörten Stimme unter besonderer Berücksichtigung der psychosozialen Entwicklung des Kindes bildet die Voraussetzung für einen ganzheitlichen Blick auf Prävention, Diagnostik und Therapie funktioneller Stimmstörungen im Kindesalter.



Uwe Schürmann

Das ist doch ein Kinderspiel! Stimmtherapie auf der Basis der „Atemrhythmisch Angepassten Phonation“ (AAP)

Anschauliche, phantasievolle, bewegungs-freudige Übungen, in denen die Stimme automatisch leichter, facettenreicher, klarer und lauter klingt – solche Übungen bietet die Atemrhythmisch Angepasste Phonation nach Coblenzer/Muhar (1997). Das dazu passende physiologische und interaktionale Konzept entstammt der Schauspielausbildung und wurde von Horst Coblenzer und Franz Muhar in den 1960er Jahren entwickelt. Ihre Forschungen zur Phonationsatmung (Reihenuntersuchungen an fast 1000 Probanden!) galten als Pionierarbeit. Hierbei setzten sie mit der Definition von Abspannen (reflektorische Atemergänzung) und Inspiratorischer Gegenspannung („Stütze“) neue Maßstäbe. Stimm- und Sprechpädagogik wie auch Stimmtherapie sind durch die Aspekte der AAP wesentlich beeinflusst.

In dem Beitrag beziehen wir uns neben Atmung und Körperhaltung und -bewegung vor allem auf Intention und Partnerorientierung. Diese ermöglichen nachhaltige Änderungen im Sprechverhalten der Kinder: Jede spielerisch provozierte, stimmliche Variante gewinnt in der Interaktion für das Kind Bedeutung. So bieten Bärensitz, Sacktragen, Bogenspannen, Indianergeheul, Luftmatratze aufpumpen, Dirigieren, Puppenspiel und viele weitere Übungen Gelegenheit, die eigene Stimme lustvoll zu erforschen und Veränderungen direkt im Spiel zu erleben.



Wiltrud Föcking

Määh, Huuhuu? Ah! – Die Funktionale Stimmtherapie des Kindes

Die Praxis der Funktionalen Stimmtherapie (Föcking/Parrino 2015) lässt sich aufgrund der umfangreichen oft spielerischen Herangehensweise an die Stimmfunktion gut auf die Stimmtherapie des Kindes übertragen. Das im Artikel beschriebene 3+1© Konzept nimmt direkten Bezug auf die Funktionale Grundausstattung der Stimmbildung, indem diese in ihren Teilfunktionen betrachtet wird. Dadurch wird der Komplexität der Stimmfunktion Rechnung getragen. Für jede herausgearbeitete Teilfunktion (Basisfunktion und Add-On) wird eine spezifische Übung vorgestellt, um ein vollumfängliches Training der Stimmfunktion zu gewährleisten. Anhand eines konkreten Falls aus der Praxis wird das therapeutische Vorgehen von der Befunderhebung über Auftragsformulierung bis zu Therapie und Training der Basis- und Add-on-Funktionen der Stimme, beschrieben.

Das Basissetting der Funktionalen Arbeit ist der Stimmdialog am Klavier. Der Transfer des erarbeiteten Funktionalen Klanggeschehens in das Sprechen und konkrete Alltagssituationen des Kindes sollte von Beginn an spielerischer Teil der Therapie sein.



Karl-Heinz Stier

Akzentmethode ® (AM) und Evidence-based Practice (EbP)

Das Ziel der AM sind die Verbesserung, Optimierung und Koordination aller an der Stimmgebung beteiligten Funktionen. Die Übungen in den einzelnen Bereichen Respiration, Phonation, Artikulation, Sprache, Körperbewegung und Kommunikation sind systematisch aufgebaut und werden individuell dem Leistungsvermögen der Patienten angepasst. Die AM kann in der Einzel- und Gruppenbehandlung durchgeführt werden (Smith/Thyme 1976; Stier 2013). Ein frühzeitiger Transfer der Übungsinhalte in die Spontansprache von Patientinnen stellt einen wesentlichen Therapiebereich der AM dar.

Die grundlegenden Unterschiede zu anderen Vorgehensweisen innerhalb der Stimmtherapie oder des Stimmtrainings ist die anfängliche Phonation mit einem tiefen Grundton im Brustregister und die Phonation überlüfteter, enger und akzentuierter Vokale mittels der abdominal-diaphragmalen Atmung (Thyme-Frøkjær/Frøkjær-Jensen 2014). Die engen Vokale reduzieren den Luftstrom über der Glottis. Die Stimmlippen sind bei einem tieferen Grundton entspannter. Durch die überlüfteten Vokale im Brustregister mit einem tieferen Grundton wird der Bernoulli-Effekt verstärkt. Dadurch werden die Stimmlippen in Abhängigkeit der Luftströmungsgeschwindigkeit aneinander gesaugt (Thyme-Frøkjær/Frøkjær-Jensen 2014). Smith (1964, 245) führte auf, dass die „jeweilige Geschwindigkeit der durchstreichenden Luft („Windstärke“) einen Unterdruck erzeugt und dadurch die Oberflächen beider Stimmlippen zu gegenseitiger Berührung gebracht werden.

Alle Übungen in der AM werden im Brustregister durchgeführt, da auch in der Spontansprache die normale Tonhöhe und der normale Schalldruckpegel im Brustregister gebildet werden (Smith 1959, 1961, 1964). Das Vorgehen nach der AM ist strukturiert und die Übungen bauen aufeinander auf (Thyme-Frøkjær/Frøkjær-Jensen 2014). Das Erlernen der AM ist einfach und verbessert sowohl bei pathologischen als auch bei gesunden Probandinnen das Stimmverhalten (Shiromoto 2003; Smith/Thyme 1976; Stier 2013).



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