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Verschlüsselte Kommunikation
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Aktuelle Ausgabe



Heft 2/2022



Svenja Obry

Verbesserung des Verständnisses von Idiomen bei persistierenden Sprachentwicklungs-störungen

Idiome (alltagssprachlich auch: Redewendungen) sind Bestandteil der uns umgebenden Sprache, mit deren Verstehen Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene mit persistierenden Sprachentwicklungsstörungen häufig Probleme haben (Whyte et al. 2011, Stothard et al. 1998, Vance/Wells 1994, Rinaldi 2000, Qualls et al. 2004). Sie neigen dazu, diese wörtlich zu interpretieren (Rinaldi 2000, Mashal/Kaisrer 2011, Qualls et al. 2004). Dies führt zu einem schlechteren Verständnis gedruckter Texte (z. B. aus Lehrbüchern) und gesprochener Sprache (Nippold et al. 2001). Die Verbesserung des Verstehens von Idiomen ist ein Ziel in der Sprachtherapie und Sprachförderung mit Kindern ab einem Alter von ca. 9 Jahren (Benjamin et al. 2020).

Im Beitrag wird eine nach Schwierigkeit geordnete Liste mit hochfrequenten und gebräuchlichen Idiomen für die Förderung und Therapie vorgestellt.

Weiterhin wird in Anlehnung an Benjamin et al. (2020) und Nippold (1991) beschrieben, wie mit diesen gearbeitet werden kann. Ziel ist das Erlernen einer Strategie, um die Bedeutung unbekannter Idiome aus dem Kontext zu erschließen. Idiome werden eingebettet in mehrere Geschichten oder Texte angeboten. So kann eine graduelle Abstraktion der Bedeutung erfolgen. Dabei wird die Anwendung von Verstehensstrategien durch die Therapeutin bzw. Pädagogin modelliert.



Stephanie Schulte-Busch

Paw Patrol, Feuerwehrmann Sam und Co. Einbezug von beliebten Fernsehsendungen bei der Arbeit an den narrativen Fähigkeiten

Störungen der kindlichen Erzählfähigkeit sind Symptome von Sprachentwicklungsstörungen und persistieren unbehandelt oft bis ins Erwachsenenalter. Können Kinder nicht erzählen, hat dies Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen, wie das Erlernen der Schriftsprache oder das Verstehen von Aufgabenstellungen, aber auch auf die Partizipation gemäß der ICF. Kaum ein Störungsbild eignet sich so gut, Kinder zum Mitmachen zu motivieren wie die Arbeit an den Erzählkompetenzen.

So sind Kinder doch tagtäglich von Geschichten umgeben, sei es in Büchern, im Fernsehen oder durch eigene Erlebnisse. Knüpft man daran in der Therapie an, entsteht eine gute Ausgangslage zur Arbeit an der Textgrammatik: Dieses unmittelbare Interesse der Therapeutin an der Welt und den Interessen des Kindes übermittelt jene Wertschätzung, die Kinder benötigen, um sich motiviert neuen Lerninhalten zu widmen.

Der Artikel skizziert -nach einer Einführung in den relevanten theoretischen Hintergrund – ein beispielhaftes Vorgehen, wie man eine Geschichte, die das Kind mag, als Basis nehmen kann, um eine korrekte basale Textgrammatik mit dem Kind aufzubauen. Als Geschichte wurde bewusst kein „pädagogisch wertvolles“ Bilderbuch genommen, sondern die Lieblingsfernsehsendung des Kindes. Flankierend setzt sich der Artikel mit einer sinnvollen Einbindung des häuslichen Umfelds auseinander und stellt die förderliche Wirkung von begleitenden Aktivitäten zur Themenvertiefung auf den Erzählerwerb heraus.



Theresa Strätz

Sprachtherapie mit ängstlichen und depressiven Jugendlichen – ein Erfahrungsbericht

Der Beitrag liefert einen Eindruck zum pragmatisch-kommunikativen Erscheinungsbild von Jugendlichen mit depressiver oder angstbezogener Störung. Mögliche Schritte sprachtherapeutischen Arbeitens im stationären Alltag der Kinder- und Jugendpsychiatrie werden praxisnah vorgestellt.

Die Beobachtungen der geschilderten Patientenklientel basieren auf einem subjektiven klinischen Eindruck. Charakteristisch ist z. B. eine reduzierte Verwendung nonverbaler Mittel, eine flache Intonation, passives Zuhörverhalten und Unsicherheiten im Ausdruck von Emotionen.

Anhand ausgewählter Merkmale wird der Zusammenhang zwischen Sprache, Kommunikation und psychiatrischer Diagnose thematisiert. Anschließend wird der Frage nachgegangen, wie Sprachtherapeutinnen den betroffenen Jugendlichen helfen können, die starren Verhaltensweisen in der sozialen Interaktion zu verändern. Um die pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten der Jugendlichen systematisch zu erfassen, werden diagnostische Möglichkeiten beschrieben.

Therapeutische Schritte aus der Einzeltherapie mit einer 15-jährigen sozial-ängstlichen Patientin werden veranschaulicht. In diesem Fall geht es in der Sprachtherapie um ein verzögertes Turn Taking, passives Zuhörverhalten und eine geringe Sprechlautstärke. Neben dem beschriebenen einzeltherapeutischen Setting wird darüber hinaus auf das Potential der Gruppentherapie hingewiesen.
Dieser Beitrag soll den Blick auf das Einsatzgebiet der Sprachtherapie weiten: Die pragmatisch-kommunikative Arbeit mit unsicheren Jugendlichen kann einen wertvollen Beitrag leisten, um die Gestaltung sozialer Beziehung zu erleichtern.



Ulla Licandro, Tanja Jungmann

„Erzähl doch mal …“ – Förderung der Erzählfähigkeiten im inklusiven pädagogischen Alltag

Erzählen ist in verschiedenen Sprachen und Kulturen ein selbstverständlicher Teil zwischenmenschlicher Kommunikation (Becker 2017). Es dient der Selbstdarstellung, der Identitätsbildung und der emotionalen Entlastung (Drick 2016; Ohlhus 2020).

Im Beitrag wird der Begriff des Erzählens zunächst theoretisch eingeordnet und definiert. Im Anschluss daran werden Phasenmodelle der Entwicklung von Erzählfähigkeiten skizziert und Voraussetzungen und Bedingungen ihres erfolgreichen Erwerbs thematisiert. In Abhängigkeit von den im Kind und in der Umwelt liegenden Ressourcen, sowie potenzieller Risikofaktoren ergibt sich eine höchst heterogene Ausgangslage hinsichtlich der Ausprägungen der individuellen Erzählfähigkeiten. Diese können in inklusiven Settings durch eine erzählförderliche Raumgestaltung sowie verschiedene interaktive und digitale Formen der Erzählförderung positiv beeinflusst werden.



Laura Avemarie, Claudia Becker

Pragmatisch-kommunikative Kompetenzen von schwerhörigen und gehörlosen Kindern und Jugendlichen – Aktuelle Befunde und Konsequenzen für die Sprachförderung und -therapie

Aktuelle Befunde zu pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen bei schwerhörigen und gehörlosen Kindern und Jugendlichen verweisen auf ein erhebliches Risiko für Entwicklungsverzögerungen in allen Teilbereichen der Pragmatik. Der Erwerb pragmatisch-kommunikativer Kompetenzen kann darüber hinaus mit Auffälligkeiten in weiteren Bereichen der sozial-emotionalen und kognitiven Entwicklung, wie der Theory of Mind und den exekutiven Funktionen assoziiert sein. Verschiedene Studien belegen außerdem die Gefahr, dass sich geringe pragmatisch-kommunikative Kompetenzen negativ auf die soziale Teilhabe, Lebensqualität und Bildungschancen schwerhöriger und gehör-loser Kinder und Jugendlicher auswirken können. Die Absicherung eines frühen Zugangs zu mindestens einer Erstsprache (Laut- oder/und Gebärdensprache) sowie zu reichhaltigen Interaktionen ist zentral. Darüber hinaus sind alltagsintegrierte Fördermaßnahmen und bei Bedarf ein explizites Training pragmatisch-kommunikativer Kompetenzen wichtige Aufgaben der Pädagogik und der Therapie.

In dem Beitrag wird der aktuelle Forschungsstand seit 2009 zu den pragmatisch-kommunikativen Kompetenzen schwerhöriger und gehörloser Kinder und Jugendlicher für Expert*innen unter-schiedlicher Professionen übersichtsartig zusammengefasst. Auf dieser Grundlage werden Konsequenzen für die Sprachförderung und -therapie abgeleitet.



Isabel Neitzel

So vieles zu erzählen! – Therapeutische Erarbeitungsmöglichkeiten narrativer Elemente

Einschränkungen der narrativen Ebene können die sprachliche Teilhabe von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen einschränken. Gerade im Schulalter gewinnt das Erzählen aufgrund der Unterrichtsgestaltung und des notwendigen Übertrags in die Schriftsprache noch einmal an Bedeutung. Gleichzeitig ermöglicht die Arbeit im Schulalter auch eine metasprachlich orientierte Ausrichtung der narrativen Therapie, von der viele Kinder mit narrativen Einschränkungen profitieren.

Der Beitrag fokussiert auf die Erzählarbeit mit älteren Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen und zeigt therapeutische Handlungsmöglichkeiten zur Erarbeitung einzelner narrativer Elemente beispielhaft auf. Konkrete Symptome und Defizite werden anhand kindlicher Äußerungen illustriert, um die Zielableitung in der narrativen Therapie zu demonstrieren.

In die Personengruppe, für welche die Erzählfähigkeit eine hohe Teilhaberelevanz innehat, fallen auch ältere Kinder und Jugendliche mit einer intellektuellen Beeinträchtigung. Narrative Therapieinhalte müssen für diese Ziel-gruppe jedoch in der Regel besonders aufbereitet werden. Der Beitrag zeigt hierzu Anpassungsoptionen und Materialideen auf.



Julia Büttner-Kunert

Pragmatik und Pragmatische Störungen – Basisartikel

Pragmatik umfasst die Fähigkeit, mit Sprache zu handeln. Dazu gehört, Sprache kontextspezifisch zu verstehen und zu gebrauchen. Pragmatische Fähigkeiten sind von fundamentaler Bedeutung, um sozial zu interagieren, erfolgreich zu kommunizieren und Informationen auszutauschen.

Im Beitrag werden sprachliche Ausdrucksmittel, die der Pragmatik zugeordnet werden, sowie der zentrale Begriff des Kontexts erläutert. Mit Bezug auf Meilensteine des Spracherwerbs wird dargestellt, warum pragmatische Fähigkeiten auf einer Interaktion von Sprache, Kognition und Verhalten beruhen.

Diese Grundlagen stellen die Basis dar, um Störungen der Pragmatik im Kindes- und Erwachsenenalter zu verstehen und diese in die Klassifikation der ICF einordnen zu können.

Individuell ausgerichtete Diagnostik- und Förderkonzepte für Beeinträchtigungen im Bereich der Pragmatik sollten die enge Verzahnung von kognitivlinguistischen Fähigkeiten und der Verhaltensebene sowie die Auswirkung soziokommunikativer Störungen auf die Partizipation berücksichtigen.



Markus Spreer, Stephan Sallat

Diagnostik pragmatisch-kommunikativer Fähigkeiten im Kindesalter

Die kompetente Sprachverwendung und somit ein kontext- und situationsangemessenes sprachliches Handeln ist das Ziel des kindlichen Spracherwerbs. Die Einschätzung der individuellen pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten fällt aufgrund ihrer Abhängigkeit von kulturellen Konventionen, dem situativen Kontext oder den jeweiligen Kommunikationspartnern allerdings schwer. Dies stellt die valide und reliable diagnostische Erfassung der Fähigkeiten im Bereich Pragmatik-Kommunikation vor besondere Herausforderungen.
Um eine spezifische Unterstützung und Förderung von Kindern mit Einschränkungen im Bereich Pragmatik / Kommunikation zu gewährleisten ist es aber notwendig, die individuellen Profile des sprachlichen Handelns differenziert abzubilden. Hinsichtlich eines ICF-basierten Vorgehens kommt den Einschätzungen der Teilhabe / Partizipation und der konkreten Umwelt-faktoren / Kommunikationsbedingungen ebenfalls eine hohe Bedeutung zu.
Im Beitrag werden die aktuell zur Verfügung stehenden Methoden und Verfahren systematisiert und im Hinblick auf die beinhalteten pragmatisch-kommunikativen Teilleistungen dargestellt. Auf diese Weise soll Fachkräften aus den Bereichen Sprachförderung, Sprachheilpädagogik und Sprachtherapie eine Orientierung für die diagnostische Arbeit mit Kindern gegeben werden – als notwendige Basis professioneller Interventionen in Form von Förder- und Therapiemaßnahmen.



Stephan Sallat, Markus Spreer

Förderung pragmatischer Fähigkeiten bei Jugendlichen

Die pragmatisch-kommunikativen Fähigkeiten von Jugendlichen sind vielfältig und stehen im Fokus der Bildungs- und Lehrpläne. Der situations- und kontextangemessene Sprachgebrauch beinhaltet dabei laut- und schrift-sprachliche Kompetenzen, die unabhängig von bestimmten Themen, Personen, Situationen oder Räumlichkeiten flexibel eingesetzt werden können. Auf der anderen Seite ändern sich die pragmatisch-kommunikativen Anforderungen, z. B. neue Textarten / Kommunikationskontexte, im Übergang von der Sekundarschulstufe in die Berufsbildung und den zukünftigen beruflichen Alltag. Gerade Jugendliche mit einer Beeinträchtigung im Bereich Pragmatik/Kommunikation sind daher vor besondere Herausforderungen gestellt, die sich möglicherweise langfristig auch auf ihre berufliche und gesellschaftliche Teilhabe auswirken.

Im Beitrag erfolgt eine Darstellung der sprachlichen Anforderungen in den jeweiligen Bildungsbereichen und eine Zuordnung der von Achhammer et al. (2016) formulierten Förder- und Therapiebereiche zu den curricularen Vorgaben der Bildungsstandards für die Sekundarstufe im Fach Deutsch. Auf diese Wiese sollen Ansatzpunkte für eine differenzierte und individuell orientierte Planung von Förder- und Therapieangeboten im Unterricht sowie im außerschulischen Bereich aufgezeigt werden.

Zudem erfolgen im Text an unterschiedlichen Stellen Verweise auf die Themen Berufsorientierung und Berufsbildung sowie auf die berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Die individuellen Sprachhandlungskompetenzen bieten auch hierfür die Grundlage.



Vorschau: Heft 3/2022

Thema: Grammatikalische Störungen

Andreas Mayer
Diagnostik grammatischer Fähigkeiten – Versteckspiele mit Leo und Annilka


Kerstin Nonn
Kon-Lab 3: Therapie der SES nach Dr. Zvi Penner – Grammatikerwerbsstörungen


Hannah Jacobs, Andreas Mayer
Strategieorientierte Genusförderung


Christoph Till
Die Therapie grammatischer Entwicklungsstörungen mittels Video-Self-Modeling


Detta Schütz
Zielorientiertes Dialogisches Lesen


Maximilian Hamann
Kontextoptimierte Phasen für die Therapie grammatischer Störungen


Meike Gumpert
Prozess der Zielindung bei Kindern mit Grammatikerwerbsstörungen


Ann-Kathrin Schäfer
Grammatik sichtbar machen – Metasprachliche Elemente in der Dysgrammatismustherapie



(Themenänderung vorbehalten)
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