Sandra Krähenbühl, Jennifer Meyer, Seraina Signer
Die Betätigungsboxen „Intensivstation“
Im Rahmen des Moduls Projektwerkstatt an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur (CH) setzten sich die drei Ergotherapie-Studentinnen Sandra Krähenbühl, Jennifer Meyer und Seraina Signer mit möglichen Betätigungen auf der Intensivstation auseinander. In Zusammenarbeit mit der Ergotherapie einer Schweizer Intensivstation wurden vier Betätigungsboxen entwickelt, welche verschiedene Betätigungen nach Themenbereichen enthalten.
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Juliane Herbst
Die wahrscheinlich älteste aktive Ergotherapeutin – Ein Interview
„Du bist die wahrscheinlich älteste aktive Ergotherapeutin auf diesem Planeten“, hörte Dorothee Akstinat (83) kürzlich von ihrem Chef. Als sie in den 60er-Jahren mit ihrer Arbeit begann, hätte sie nie gedacht, dass sie mal so betitelt wird. Ihr langer und interessanter Lebens- und Berufsweg führte sie nach Berlin, Köln, Südafrika, in den Harz, nach Tansania und ins Rheinland – sowohl in Kliniken als auch in eine Privatpraxis. Juliane Herbst von der Serviceagentur der Internationalen Medienhilfe führte im Auftrag der „praxis ergotherapie“ ein Gespräch mit Dorothee Akstinat (geb. Lange).
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Wolfgang Siepen
Erziehung, Religion, Ethik und Weltbild – Der Einfluss auf Therapeut:innen in einer multikulturellen Gesellschaft
Es ist wohl nicht zu leugnen, dass sich seit geraumer Zeit immer drängender die Frage stellt, wie sich ein Therapeut/eine Therapeutin positionieren kann im Blick auf die vielfältigen Herausforderungen, die sich durch die unterschiedlichsten kulturellen Zugehörigkeiten der Therapeut:innen und der Therapie-Suchenden ergibt. Wenn man sich die Mühe macht, diese offensichtliche Vielfalt allein schon in den alltäglichen Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Religionszugehörigkeit zu beobachten, können sehr konträre Haltungen diesem Phänomen der Diversität gegenüber entstehen.
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Ann-Kathrin Blank
Die Leitlinie „Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN)“
Das Schmerzmanagement geriatrischer Patient:innen birgt besondere Herausforderungen. Um diesen multidisziplinär besser gerecht werden zu können, wurde am 22.10.2025 die neue S3-Leitlinie „Schmerzmanagement bei GERiatrischen PAtIeNt:innen in allen Versorgungssettings (GeriPAIN) veröffentlicht. Die Leitlinie wurde federführend von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) erstellt. Mit der Leitlinie soll eine Verbesserung der komplexen Schmerztherapie geriatrischer Patient:innen verfolgt werden. Sie umfasst daher Empfehlungen zum Screening, Assessment und der Verlaufserfassung des Schmerzes als Grundlage der Diagnostik. Zudem wird der Fokus auf die spezifischen Besonderheiten in der Behandlung von geriatrischen Patient:innen mit Schmerzen gelegt. Dabei wird darauf verzichtet, bestehende nationale Leitlinien zum Schmerzmanagement zu replizieren, sondern vielmehr die Besonderheiten hervorgehoben, die bei geriatrischen Patient:innen beachtet werden müssen. Der Fachartikel bietet einen kurzen Einblick.
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André Zirnsak
Beziehungsorientierte Autismus Intervention Teil 3: Ich will das, und ich schaffe das! Über Bewegungsabläufe zur Entwicklung von Handlungskompetenz, Selbstwirksamkeit und abstraktem Denken
Die Entwicklung von Handlungskompetenzen stellt für viele Menschen im Autismusspektrum eine Barriere dar. Entsprechend werden in der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion Methoden in den Fokus genommen, welche Autist:innen dabei unterstützen, praktische Fähig- und Fertigkeiten zu erwerben, da diese eng verknüpft sind mit sozialen Kompetenzen sowie dem Erwerb von logischem Denken. In diesem Fachartikel werden grundlegende theoretische Prinzipien diskutiert, vor allem aber alltagstaugliche Handlungsinterventionen angeboten. | |
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Valerie Alter
Berührt, aber nicht verschlungen: Willkommen in der ergotherapeutischen Realität!
In unserer Ausbildung lernen wir etwas über Anamnesen, Assessments, Konzepte und Modelle. Wir sprechen über Betätigungsanalyse, Funktionsverbesserung, Ressourcenarbeit, Alltagskompetenz. Wir werden darin geschult, professionell zu handeln, strukturiert zu denken, Ziele zu formulieren. Doch kaum jemand spricht darüber, was es bedeutet, emotional so nah an Menschen zu arbeiten, die kämpfen, straucheln, verzweifeln und hoffen. Wie es ist, wenn uns Lebensgeschichten berühren, wenn wir uns mit hineinnehmen lassen in den Alltag anderer – und dabei gleichzeitig funktionieren sollen. Dieser Fachartikel ist keine Antwortsammlung. Er ist kein Lehrbuchkapitel. Er ist keine Lösung – und will auch keine sein. Er ist eine Einladung, die Realität unseres beruflichen Alltags ehrlich anzuschauen. Und vielleicht ein kleiner Versuch, das Schweigen zu brechen, das uns manchmal mehr belastet als der Job selbst.
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Karl-Michael Haus, Manfred Nowak
ADHS wirklich verstehen Teil 1: Neurobiologisches Hintergrundwissen, das Lebensrätsel lösen kann
Viele Wege führen nach Rom, und gewiss gibt es inzwischen mindestens ebenso viele Varianten, sich dem Thema ADHS zu nähern. So wertvoll die immer breitere Akzeptanz von Neurodiversität in unserer Gesellschaft auch sein mag, die Not der von ADHS-Betroffenen wird dadurch nicht geringer. Die meisten von ihnen genießen ihr „Anderssein“ nicht wirklich, und die bisher zur Verfügung stehenden chemischen Kompensationsmittel (z.B. Methylphenidat) haben nicht selten sehr unangenehme Begleiterscheinungen. Um ADHS ohne schädliche Nebenwirkungen behandeln zu können, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen der zuständigen neuronalen Zentren unseres Gehirns. | |
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Christoph Anrich
Mysterium Lernen im digitalen Zeitalter – Das Potenzial von Bewegung für die Verbesserung kognitiver und exekutiver Funktionen
Lernen wurde digital. Wir diskutieren darüber, ob alle Schülerinnen und Schüler ein Tablet im Unterricht bekommen und welche digitalen Medien in der Schule benutzt werden. Dabei ignorieren wir jedoch innere Mechanismen im Gehirn, die wie Dimmer das Lernen hochregulieren und verbessern. Wenn der innere „Strom“ im neuronalen Netzwerk des Gehirns herunterreguliert wird oder sogar die Informationsweitergabe gestört ist, lernen wir weniger oder fast gar nicht. Diese inneren Lernvermittler sind abhängig von spezifischen Botenstoffen und Transmittern. De facto haben Kinder und Jugendliche dann etwas nachhaltig gelernt, wenn sich Synapsen richtig miteinander verknüpfen. Richten wir den Blick auf diese systemischen Korrelate, dann wechselt die Argumentation über die Sinnhaftigkeit digitaler Unterrichtsmethoden auf eine tiefere Dimension, in der neuroregulative Kriterien an Bedeutung gewinnen. Doch wann wird das Lernen durch die digitale Transformation gestört oder gehemmt? Antworten finden sich in diesem Fachartikel.
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