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Artikelinformationen


Gespräche mit Menschen, die für „geistig behindert“ gehalten werden
Gespräche mit Menschen, die für „geistig behindert“ gehalten werden


2010, 128 S., Format 16x23cm, br Ladenpreis aufgehoben – an Buchhandel nur ohne Rabatt

Autor: Nancy Sorge
ISBN: 978-3-8080-0666-5
Bestell-Nr.: 1307

8,00 Euro / 13,00 CHF

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Eine grundlegende Frage dieses Buches lautet: „Was wissen wir über die Wirklichkeitskonstruktionen von Menschen, die als ‘geistig behindert‘ bezeichnet werden?“ Nicht viel, könnte man mit einem Blick auf die sonderpädagogische Literaturlandschaft meinen.
Leider werden Menschen noch allzu oft als Objekte von Theoriebildungen gesehen und nicht als mitgestaltende Subjekte begriffen. Die Autorin setzt jedoch das Denken von Menschen, die für „geistig behindert“ gehalten werden, über sich selbst und ihre Welt als Ausgangspunkt. Anhand zahlreicher systemisch-konstruktivistisch orientierter Gespräche werden Bereiche des bisher Ungesagten erforscht, um auf diese Weise andere Menschen die Konstruktionen von Wirklichkeiten der Gesprächsteilnehmer nachspüren zu lassen. Dieses Buch richtet sich an alle, die die Neugier besitzen „pädagogisches Neuland“ zu betreten.
„Die Athentizität und “Alltagsnähe” ist gleichsam das Pro- und Kontra-Argument für diese Publikation. Positiv fällt der grundlegende Zugang auf, den die Autorin wählt: der Anspruch des Abbildens subjektiver Ansichten von Menschen, die in unserer Gesellschaft nach wie vor einen negativ bewerteten “Sonderstatus” zugeschrieben bekommen. Menschen, die nach wie vor zu wenig Beachtung und Gehör finden, zu Wort kommen zu lassen, ihnen eine Stimme zu geben, macht die Lektüre wertvoll und lesenswert. Bereichernd wäre jedoch in jedem Fall zudem eine Diskussion und Interpretation der Gesprächsergebnisse auf der Basis eines wissenschaftstheoretischen Fundamentes sowie bspw. auch die Einordnung der Zusammenarbeit mit den BewohnerInnen im Rahmen des Ansatzes der Partizipativen Forschung gewesen.
Somit verkörpert das Buch weniger einen tiefgründigen Beitrag zur systemischen Sonderpädagogik, stellt jedoch einen guten und bereichernden Fundus für Zitate dar, welche Eigenansichten von Menschen mit dem Etikett einer “geistigen Behinderung” widerspiegeln. Und es erfüllt hoffentlich den Anspruch der Autorin, endlich ein “Fragezeichen” an bestimmte vorherrschende Vorurteile gegenüber Menschen mit so genannter geistiger Behinderung zu setzen.“ Saskia Schuppener, socialnet.de

“Es wird viel ÜBER Menschen geschrieben, die für ‘geistig behindert’ gehalten werden, - und damit werden sie zu "Objekten" gemacht - , aber sie selbst kommen - als Subjekte - kaum zu Wort. Das will diese Darstellung ändern. Was denken Menschen, die für „geistig behindert“ gehalten werden, über sich selbst und wie konstruieren sie ihre Wirklichkeit? Die Autorin möchte Menschen, die für „geistig behindert“ gehalten werden, als mitgestaltende Subjekte in der Theoriebildung über sich selbst begreifen. In der Postmoderne hat sich eine rigide und statische Sichtweise grundsätzlich aufgelöst und das gilt auch für die Sonderpädagogik: Man weiß heute nicht mehr so genau, wann und wer behindert ist, und entsprechend grenzt man auch nicht mehr so leichtfertig aus wie früher durch Spezialisierung in Sonderschulen und Sondereinrichtungen. Inklusive Pädagogik ist dafür ein Stichwort: „Ausprobieren, wie es wäre, wenn es nicht so wäre, wie es ist“ (Peter Bichsel).” Dieter Bach, lehrerbibliothek.de

„SORGE nimmt konstruktivistische und konstruktionistische Ideen ernst und hat sich dem Phänomen „Behinderung“ mit der Idee angenähert, dass es sich um ein in Sprache gegossenes Konzept handelt, das sich auch ganz anders verstehen lassen könnte. Ihr Buch soll „den bei vielen Menschen immer noch vorhandenen personenbezogenen und meist defizitären Sichtweisen dieser Thematik entgegenwirken und somit eine eher kontextabhängige Betrachtung begünstigen“ (S. 11). Sie berichtet über ihre Gespräche mit 40 Menschen, die in Institutionen „leben bzw. arbeiten, welche umgangssprachlich als ‚geistig behindert’ bezeichnet werden“ (S. 11). Aufgrund ihrer Literaturaufarbeitung kommt sie zu dem Schluss, dass wir über die Wirklichkeitskonstruktionen dieser Menschen „nicht viel“ wissen. Daher bilden die Gesprächsausschnitte folgerichtig den Hauptteil des Buches. Sie sind thematisch den Bereichen „Liebe und Partnerschaft“, „Selbstwahrnehmung“, „Lebensglück, zum Tod und zu Gott“, „Erinnerungen“, „Antizipation“ und „Behinderungsbegriff“ zugeordnet. Damit – und das zeichnet SORGE aus – macht sie immer wieder deutlich, dass ihre vorsichtigen Hypothesen nicht „die“ Wahrheit darstellen; „Ich kann immer nur das sagen, was ich verstanden habe“ (S. 27).
Deutlich wird, wie sehr Sprache Wirklichkeiten erschafft. Der Begriff „geistige Behin-derung“ beispielsweise wird von den Befragten selber als diskriminierend erlebt. „Von 30 Befragten sehen sich 21 als nicht ‚geistig behindert’: „Ich bin behindert. Ich kann nicht vieles. Ich kann nicht vieles. Aber ich sag mal, damit muss ich klarkommen. Und … ich bin auch normal“ (S. 57f) – Aussagen, die zum Nachdenken anregen. Gefragt, wie es wäre, wenn man ‚geistig behindert’ sei, kommen Antworten wie „Das wäre dann nicht so gut. Da hätte ich mich dann nicht so wohl gefühlt und da wäre ich kein richtiger Mensch“ (S. 69) oder es werden die verletzenden Gefühle thematisiert: die Etikettierung ruft vorrangig negative Gefühle wie „traurig“ oder „verletzt“ hervor (S. 75). Eine Frau sagt: „Ich sag immer, mein Gehirn ist ein alter Computer, der braucht etwas länger bis er alles aufnimmt“ (S. 78). Oder „Na ich will normal genannt werden“ (S. 79). Viel Material, über eigene Vorannahmen nachzudenken – und das ist auch gut so, denke ich.
Und auf den Seiten 91/92 beschreibt SORGE noch ein kleines Experiment, in dem jede LeserIn ihre eigenen – sozial-entwickelten – Vorurteile anhand der Beschrei-bung eines Klienten selber erleben und ihnen nachspüren kann.
Für mich ein überaus empfehlenswertes Buch, das anregt, eigene Grundannahmen zu hinterfragen, abzuklopfen, anders zu betrachten – notwendig für alle, denke ich, die in einem pädagogischen Kontext arbeiten.
„Es ist auch nicht die Verschiedenheit eines Menschen“, um SORGE zu zitieren, „sondern vielmehr der Umgang mit Verschiedenheit, der zur Benachteiligung und Ausgrenzung dieses Menschen führt, der als ‚geistig behindert’ bezeichnet wird“ (S. 97). Oder anders gesagt: „Pädagogik sollte sich an der Verschiedenheit der Leistungen, Körperlichkeiten sowie den differenzierten seelischen und sozialen Entwicklungen erfreuen und den Menschen als Ganzes begreifen, denn auf diese Weise wird Verschiedenheit bzw. ‚Anders-sein’ nicht als Problem betrachtet, sondern als pädagogisches Grundprinzip“ (S. 113). Für mich ein überaus empfehlenswertes Buch, das anregt, eigene Grundannahmen zu hinterfragen, abzuklopfen, anders zu betrachten – notwendig für alle, die in einem pädagogischen Kontext arbeiten.“ Jürgen Hargens, Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung
Leseprobe 1
          
  Leseprobe 1

  Inhaltsverzeichnis

  Vorwort

Dr. Nancy Sorge ist seit mehreren Jahren in einem Wohnheim für Menschen tätig, die von ihrer Umwelt für „geistig behindert“ gehalten werden. Daneben arbeitet sie als Referentin und Deeskalationstrainerin für das Christliche Jugenddorf in Erfurt. Neben ihrem erziehungs- und rechtswissenschaftlichen Studium verfügt die Autorin außerdem über eine Ausbildung in systemischer Beratung und Gesprächsmoderation, zum systemischen Coach sowie zur Selbstbehauptungs- und Deeskalationstrainerin.
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